Bartmeisen, Brachvögel und – keine – Kraniche

Birding Spots in Nordwest Jüttland

Anfang August in Jüttland, an der Nordseeküste. Mitten in Dänemarks erstem Nationalpark: Thy

Temperaturen zwischehn 25 und 30°C. Bestes Urlaubswetter. Also an den Strand, baden und faulenzen? Das ist nichts für mich! Baden schon, Fahradfahren auch und natürlich fotografieren. Gerne auch die Vogelwelt. Diese ist mittlerweile mit dem Brutgeschäft durch, füllt sich den Bauch und (zumindet zum Teil) bereitet sich  auf den Vogelzug vor. Aber wo findet man die Watvögel, die Sing- und Greifvögel?

Ager Tange

Im Nordwesten von Jüttland, nördlich des Limfjords gibt es zwei Spots, die mir interessant erschienen. Nördlich von Thyboroen und südlich von Agger liegt die zum Thy Nationalparkt gehörige Halbinsel Agger Tange. Flachwasserseen, Röhricht, Salzwiesen, Sandwatte und Dünen bilden ein interessantes Vogelparadies, dessen Besuch sich in jedem Falle lohnt. In meinem Fall, morgens kurz vor 6:00 Uhr. ;-)

– Bilder folgen –

Bygholmen

Eine weitere schöne Gegend liegt zwischen den Städten Thisted und Fjerritslev an der Kommunalstrasse 11, diekt am nördlichen Limfjord. Die Wiesen, ehemaligen Fjorde und Auen im Bygholm Gebiet sind wunderbar erreichbar und durch einen Naturschutz Fond reich mit Vogeltürmen und Beobachtungshütten ausgestattet.

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Dieser Fond (Aage V. Jessen Fond) zeichnet auch für die Wiedervernässung und Wiederentstehung eines der größten Strandseen in Jüttland verantwortlich. Man hat sehr viel Land in der Nähe von Henne (Kommune Varde) aufgekauft und einen im 19. und 20. Jahrhundert nach und nach  trocken gelegten See, den Filsoe, wieder aufgestaut. Hier ensteht seit 2012 ein ornithologisches Highlight, mitten in einer der wichtigsten Urlaubsregionen.

Zurück nach Bygholmen: Mann kann bequem von Parkplätzen an der Hauptstrasse die Vögel beobachten.

KKiebitze im Anflug auf das sandwatt

Kiebitze im Anflug auf das sandwatt

Wer es etwas ruhiger mag, erreicht nach kurzer Fahrt über kleinste Strassen vorbereitete Verstecke, die in das Röhricht des Sees gebaut wurden. Wirklich wunderbar und einen klare Empfehlung!

 

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Hier sind Begegnungen mit Vögeln der Röhrichte aus nächster Nähe möglich und der Fotograf hat gute Chancen auf schöne Schüsse.

Junge Bartmeise startet aus dem Röhricht

Junge Bartmeise startet aus dem Röhricht

Thy – Kraniche

Die im Logo des Nationalparks Thy vorhandenen Kraniche konnte ich leider nicht beobachten. Die Moore und kleinen Seen im Nationalpark – denen die Brutplätze liegen – sind vom 1. April bis 15. Juli für jegliches Betreten gesperrt und nur von Vogeltürmen einsehbar. Jetzt Anfang August scheinen Jungtiere und Eltern aber bereits abgezogen zu sein. Ich habe einige Plätze, die mir von Einheimischen empfohlen wurden besucht, aber keine Kraniche sehen können.

Ganz aufgegeben habe ich noch nicht….

 

 

Neewark: Ein Besuch in Hamburgs kleinstem „Stadtteil“

Neuwerk Ostvorland mit Ostbarke

Neuwerk Ostvorland mit der Ostbake

Am letzten Maiwochende hat meine Frau mich und meine Töchter (samt Oma und Opa) zum Besuch der hamburgischen Insel Neuwerk, gelegen im südlichen Teil der Helgoländerbucht, eingeladen.

Ich war ohne irgendwelche Vorstellungen angereist und hatte mich für das kleine Fotobesteck entschieden. Die Anreise am frühen Morgen nach Sahlenburg (Ortsteil von Cuxhaven) dauerte, vom Osten Hamburgs aus, mehr als 2 h. Achtung! Man unterschätzt die Strecke (B73) und damit die Reisezeit.

Wir sind dann mit einem Wattführer die 10 KM auf dem Meereboden gelaufen – sollte man einmal gemacht haben. Fotografisch ist sie nicht so interessant. Da lohnt es sich eher am Abend oder Morgen von Neuwerk in das Watt zu laufen und ein paar Fotos zu machen.

Wanderer und Pferdewattwagen im Watt zwischen Sahlenburg und Neuwerk.  (Blick vom Neuwerkerleuchtturm)

Wanderer und Pferdewattwagen im Watt zwischen Sahlenburg und Neuwerk.
 – Blick vom Neuwerkerleuchtturm –

Wer mehr über Neuwerk erfahren möchte, ist bei Wikipedia richtig. Ich gehe hier nicht in die Historie und Details ein, was man aber unbedint einmal tun sollte. Wirklich spannend! ;-)

Ich hatte mich schon auf die Vogelwelt der Insel und des Wattenmeeres gefreut und das „kleine Besteck“ (17-40mm, 300mm mit 1,4x Telek. und 100mm Macro) und zwei Bodies (7D und 6D) eingepackt. Später zeigte sich, dass sich die große „Tüte“ sicher gelohnt hätte. Beim nächsten Mal….

Die letzten Ringelgänse waren noch auf den Wiesen und machten den Wattwagen Pferden das Grünfutter streitig.

Für die Vogelbeobachtung eigenen sich neben dem zu Neuwerk gehörenden Scharhörn (einer vorgelagerten Insel die nur nach Anmeldung bei Vogelwart betreten werden darf) vor allem das nördliche Vorland und vor allem das östliche Vorland.

Nordbake - im nörlichen Vorland

Nordbake – im nörlichen Vorland

Das östliche Vorland gehört zum Kerngebiet des Nationalparks Hamburgisches Wattenmeer und darf ausschließlich auf den markierten Wegen betreten werden. Von dort kann man im Mai mit bloßem Auge, Fernglas oder Spektiv eine ganze Reihe intressanter Beobachtungen machen. Unter anderem eine Kolonie brütender Seeschwalben, Brandenten, diverse Möwen Species und die allgegenwärtigen Austernfischer.

Die beste Zeit um Neuwerk die Tierwelt zu erleben, ist der frühe Morgen. Das ist für die Vogelbeobachtung die ideale Zeit und die Masse Tagestouristen, die mit Schiff und Wattwagen kommen sind noch nicht da. Ich habe vor allem den ruhigen Inselabend genossen, wenn nur noch die Insulaner und die Übernachtungsgäste in den „Heuherbergen“ und wenigen Hotelzimmern auf dem Eiland sind.

Es gibt eine Handvoll Cafes, Restaurants und einen Mini-Kaufmann am Leuchtturm.

Das älteste Gebäude der Freien und Hansestadt Hamburg

Das älteste Gebäude der Freien und Hansestadt Hamburg

Mann muss allerdings unbedingt das Nationalparkhaus und die darin befindliche Ausstellung besuchen, die einem die Landschaft, Geschichte, Tier- und Pflanzenwelt näher bringt. Hier kann man an Freitagabenden (wenn man Glück hat) einen überaus interessanten 3 Teiler des NDR auf der Beamerleinwand sehen.  Diese vor etwa 3 Jahren gedrehte Dokumentarfilm bringt einem die 35 Einwohner von Neuwerk und vor allem ihr so völlig anderes Leben näher – geprägt von denGezeiten und dem Meer, abhängig vom Tourismus und dem gleichzeitigen Erhalt der Natur.

Nicht mehr "Original". Die sturmflut hat sie komplett zerlegt. Der Nachbau durch Spenden finanziert, da Hamburg keine Notwendigkeit sah, die Barke wieder aufzubauen. Auch das Leuchtturm Licht verlischt, da von der Stadt die ca. 1000.-€ nicht mehr bezahlt werden. Für den Schiffsverkehr nicht mehr notwendig...

Nicht mehr „Original“.
Der Sturm Kyrill hat sie komplett zerlegt. Der Nachbau durch Spenden finanziert, da Hamburg keine Notwendigkeit sah, die Bake wieder aufzubauen. Auch das Leuchtturm Licht verlischt, da von der Stadt die ca. 1000.-€ nicht mehr bezahlt werden. Für den Schiffsverkehr nicht mehr notwendig…

Unsere Filmvorführer waren ein sehr sympathisches Paar: Die Vogelwartin von Neuwerk, Imme Schrey und Ihr Partner Werner Flegel, der einen kleinen Laden mit sehr schönen handgemachten Mitbringseln auf Neuwerk betreibt. Selbsthergestellte Textilien mit eigenem Design, Postkarten, Kalender, Konfitüren und polierte Steine. Wer letzteres erstehen möchte, muss feilschen… ;-)

Werner ist St.Pauli Fan mit Dauerkarte und leider seltenen Besuchen am Millerntor. Er ist sowas von Abhängig vom AFM-Radio und sagte mir, ich solle die Kollegen grüßen und sich für die „tollen Übertragungen bedanken“! Was ich hiermit tue!

Wir werden uns zum Fußball  auf St.Pauli verabreden und er begleitet mich als Guide zum Fotografieren auf die Insel Scharhörn. Hoffe wir können auf professionelle Begleitung durch Imme setzen! ;-)

Freue mich schon!

ich werde wiederkommen und diesen Teil von Hamburg und seine Bewohner besuchen.

Wattwagen verlassen die Insel am Abend bei Ebbe.        Ich werde wiederkommen und diesen Teil von Hamburg und seine Bewohner besuchen.

Und immer eine Handbreit Luft unterhalb der Deichkrone! ;-)