Wo sind all die Seemänner hin? Wo sind sie geblieben?

Ich verfolge schon seit einiger Zeit mein Projekt „Seeemänner“.

Ich suche junge und alte Männer, die mit mir zusammen Portraits erarbeiten, die dem Klischee vom „Seemann“ Hein, Claas oder auch Pit entsprechen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten und ausschließlich Ü40 Modellen, habe ich mit Nik nun den ersten jüngeren gefunden. Liegt sicherlich daran, das der fast schon obligatorische Seemannsbart, immer beliebter bei den U40 wird….

Ich zeige Euch heute einige meiner Arbeiten mit den berufsfernen Seeleuten und hoffe, dass sich so noch mehr Modelle für dieses Projekt finden lassen.

Sehr gerne auch echte Seeleute!

Vielen Dank an Carsten, Nik, Karsten und Horst!

Ahoi! ;-)

 

Bei Bunstpechts unter dem Mittagstisch

Zwischen Hamburg und Bad Oldeloe liegt der 32 ha große Grabauer See, umgeben von Mischwald. Der See ist recht flach (max,2,50) und wurde zur Karpfenzucht genutzt.

Der See wird von der Nordrbeste durchflossen. Hier bestand für kurze Zeit eine Verbindung über die Wasserscheide hinweg zwischen Alster und Beste und dann in die Trave, die im 16. Jahrhundert zum Transport von Waren zwischen Lübeck und Hamburg genutzt wurde. Die Verbindung war 91 Kilometer lang und führte durch 23 Schleusen. Der zu geringe Wasserzufluss führte aber im Jahre 1550, nach nur 31 Jahren der Nutzung, zur Aufgabe des Alster-Beste Kanals

Die Teiche der ehemaligen Fischzucht und extensiv genutzte Wisen schaffen eine für die Fauna sehr attraktive Endmöränen Landschaft. Bei einem Ornithologischen Fotospaziergang mit meinem Freund Holger, stießen wir auf einen Baum mit einer maisonetartigen Doppelbruthöhle eines Buntspechts (Dendrocopos major) mit zwei fast flüggen Jungtieren.

Weiblicher Buntspecht und Jungtier(Dendrocopus major) an der Bruthöhle

Weiblicher Buntspecht und Jungtier(Dendrocopus major) an der Bruthöhle

Die Jungen werden von beiden Elterntieren ständig mit Nahrung angeflogen, so dass wir uns bequem auf die Fotos vorbereiten konnten.

Weiblicher Buntspecht füttert sein Jungtier mit einem Insekt.

Die Jungtiere erinnern mit ihrem roten Stirnfleck des Jugendkleides stark an den Mittelspecht. Sie verlieren diesen Fleck aber als adulte Tiere.

Weiblicher Buntspecht vor der Bruthöhle mit Jungtier.

Weiblicher Buntspecht vor der oberen Bruthöhle mit Jungtier.

Nur der männliche Große Buntspecht hat einen roten Fleck – alledings auf dem Nacken. Das unterscheidet ihn auch vom Weibchen. Der Rücken ist bei beiden schwarz.

Männlicher Buntspecht mit rotem Nackenfleck hat sein Jungtier gefüttert.

Männlicher Buntspecht mit rotem Nackenfleck hat sein Jungtier gefüttert.

 

Neewark: Ein Besuch in Hamburgs kleinstem „Stadtteil“

Neuwerk Ostvorland mit Ostbarke

Neuwerk Ostvorland mit der Ostbake

Am letzten Maiwochende hat meine Frau mich und meine Töchter (samt Oma und Opa) zum Besuch der hamburgischen Insel Neuwerk, gelegen im südlichen Teil der Helgoländerbucht, eingeladen.

Ich war ohne irgendwelche Vorstellungen angereist und hatte mich für das kleine Fotobesteck entschieden. Die Anreise am frühen Morgen nach Sahlenburg (Ortsteil von Cuxhaven) dauerte, vom Osten Hamburgs aus, mehr als 2 h. Achtung! Man unterschätzt die Strecke (B73) und damit die Reisezeit.

Wir sind dann mit einem Wattführer die 10 KM auf dem Meereboden gelaufen – sollte man einmal gemacht haben. Fotografisch ist sie nicht so interessant. Da lohnt es sich eher am Abend oder Morgen von Neuwerk in das Watt zu laufen und ein paar Fotos zu machen.

Wanderer und Pferdewattwagen im Watt zwischen Sahlenburg und Neuwerk.  (Blick vom Neuwerkerleuchtturm)

Wanderer und Pferdewattwagen im Watt zwischen Sahlenburg und Neuwerk.
 – Blick vom Neuwerkerleuchtturm –

Wer mehr über Neuwerk erfahren möchte, ist bei Wikipedia richtig. Ich gehe hier nicht in die Historie und Details ein, was man aber unbedint einmal tun sollte. Wirklich spannend! ;-)

Ich hatte mich schon auf die Vogelwelt der Insel und des Wattenmeeres gefreut und das „kleine Besteck“ (17-40mm, 300mm mit 1,4x Telek. und 100mm Macro) und zwei Bodies (7D und 6D) eingepackt. Später zeigte sich, dass sich die große „Tüte“ sicher gelohnt hätte. Beim nächsten Mal….

Die letzten Ringelgänse waren noch auf den Wiesen und machten den Wattwagen Pferden das Grünfutter streitig.

Für die Vogelbeobachtung eigenen sich neben dem zu Neuwerk gehörenden Scharhörn (einer vorgelagerten Insel die nur nach Anmeldung bei Vogelwart betreten werden darf) vor allem das nördliche Vorland und vor allem das östliche Vorland.

Nordbake - im nörlichen Vorland

Nordbake – im nörlichen Vorland

Das östliche Vorland gehört zum Kerngebiet des Nationalparks Hamburgisches Wattenmeer und darf ausschließlich auf den markierten Wegen betreten werden. Von dort kann man im Mai mit bloßem Auge, Fernglas oder Spektiv eine ganze Reihe intressanter Beobachtungen machen. Unter anderem eine Kolonie brütender Seeschwalben, Brandenten, diverse Möwen Species und die allgegenwärtigen Austernfischer.

Die beste Zeit um Neuwerk die Tierwelt zu erleben, ist der frühe Morgen. Das ist für die Vogelbeobachtung die ideale Zeit und die Masse Tagestouristen, die mit Schiff und Wattwagen kommen sind noch nicht da. Ich habe vor allem den ruhigen Inselabend genossen, wenn nur noch die Insulaner und die Übernachtungsgäste in den „Heuherbergen“ und wenigen Hotelzimmern auf dem Eiland sind.

Es gibt eine Handvoll Cafes, Restaurants und einen Mini-Kaufmann am Leuchtturm.

Das älteste Gebäude der Freien und Hansestadt Hamburg

Das älteste Gebäude der Freien und Hansestadt Hamburg

Mann muss allerdings unbedingt das Nationalparkhaus und die darin befindliche Ausstellung besuchen, die einem die Landschaft, Geschichte, Tier- und Pflanzenwelt näher bringt. Hier kann man an Freitagabenden (wenn man Glück hat) einen überaus interessanten 3 Teiler des NDR auf der Beamerleinwand sehen.  Diese vor etwa 3 Jahren gedrehte Dokumentarfilm bringt einem die 35 Einwohner von Neuwerk und vor allem ihr so völlig anderes Leben näher – geprägt von denGezeiten und dem Meer, abhängig vom Tourismus und dem gleichzeitigen Erhalt der Natur.

Nicht mehr "Original". Die sturmflut hat sie komplett zerlegt. Der Nachbau durch Spenden finanziert, da Hamburg keine Notwendigkeit sah, die Barke wieder aufzubauen. Auch das Leuchtturm Licht verlischt, da von der Stadt die ca. 1000.-€ nicht mehr bezahlt werden. Für den Schiffsverkehr nicht mehr notwendig...

Nicht mehr „Original“.
Der Sturm Kyrill hat sie komplett zerlegt. Der Nachbau durch Spenden finanziert, da Hamburg keine Notwendigkeit sah, die Bake wieder aufzubauen. Auch das Leuchtturm Licht verlischt, da von der Stadt die ca. 1000.-€ nicht mehr bezahlt werden. Für den Schiffsverkehr nicht mehr notwendig…

Unsere Filmvorführer waren ein sehr sympathisches Paar: Die Vogelwartin von Neuwerk, Imme Schrey und Ihr Partner Werner Flegel, der einen kleinen Laden mit sehr schönen handgemachten Mitbringseln auf Neuwerk betreibt. Selbsthergestellte Textilien mit eigenem Design, Postkarten, Kalender, Konfitüren und polierte Steine. Wer letzteres erstehen möchte, muss feilschen… ;-)

Werner ist St.Pauli Fan mit Dauerkarte und leider seltenen Besuchen am Millerntor. Er ist sowas von Abhängig vom AFM-Radio und sagte mir, ich solle die Kollegen grüßen und sich für die „tollen Übertragungen bedanken“! Was ich hiermit tue!

Wir werden uns zum Fußball  auf St.Pauli verabreden und er begleitet mich als Guide zum Fotografieren auf die Insel Scharhörn. Hoffe wir können auf professionelle Begleitung durch Imme setzen! ;-)

Freue mich schon!

ich werde wiederkommen und diesen Teil von Hamburg und seine Bewohner besuchen.

Wattwagen verlassen die Insel am Abend bei Ebbe.        Ich werde wiederkommen und diesen Teil von Hamburg und seine Bewohner besuchen.

Und immer eine Handbreit Luft unterhalb der Deichkrone! ;-)